Gülle behandeln

Güllefahren

Gülleaufbereitung nach dem Rosenheimer Projekt hat eine nun mehr 20 jährige Tradition und die Vorteile sind enorm. Stickstoffverluste werden stark vermindert. Die erhöhte Düngewirkung freut nicht nur den Landwirt, sondern wird auch von Anrainern besonders gelobt, da die Gülle nicht mehr stinkt. Die Gülle ist lebendig, während der Lagerung entsteht fast keine Schwimmschicht mehr. Sie kann sehr leicht aufgerührt und auf der Fläche gleichmäßig verteilt werden. Aufbereitete Gülle ätzt nicht.
Sie kann in den wachsenden Pflanzenbestand ausgebracht werden, und muss nicht bei feuchter Witterung ausgebracht werden, um die Ätzwirkung zu minimieren. Aufbereitetes Gülle wird bei schönem, trockenem Wetter ausgefahren. Auswaschungsverluste gehen somit gegen Null und  das maximale Düngepotential kann ausgeschöpft werden.
Ausbringungsmenge: Pro Schnitt und ha: 10 m³

Der hohe Düngewert und die gute Pflanzenverträglichkeit erweitern den Einsatzzeitraum über das Jahr enorm. Die Ausbringmengen können reduziert und somit vom Bodenleben direkt verarbeitet werden. Gülle wird nicht mehr ins Grundwasser ausgewaschen und Ökosysteme entlastet.

Die Gülle verdient mehr Sorgfalt und bewußtes Umgehen. Denn sie birgt bei richtiger Aufbereitung ein großes Potential, das die Humusschicht vergrößert und die Bodenfruchtbarkeit verbessert.

Zur Güllebehandlung werden folgende Komponenten in die Gülle eingerührt
(alle Angaben pro 100 m³):

100 L EM-aktiv, 0,6 m³ Pflanzenkohle gemahlen, 3-4 Tonnen Gesteinsmehl bei Rinder- und 2 Tonnen bei Schweinegülle.
Die drei Komponenten sollten mindestens 14 Tage vor der Ausbringung in die Gülle eingerührt werden. Je länger sie allerdings in der Gülle verweilen (4-8 Wochen) umso höher der Effekt.

Unser Tipp: Sobald der Güllebehälter halb voll ist, können bereits die Mengen für die Gesamtgüllemenge eingerührt werden und ihr volles Potential entfalten.

 

Der Riech- und Wassertest auf der Wiese

Vom Bodenexperten Dietmar Näser immer wieder empfohlen sind einfache Proben, die jeder Landwirt auf seinen verschiedenen Wiesenstandorten immer wieder durchführen sollte. Dabei lernt man die Wiesen immer besser kennen und entwickelt eine Nase für die Beurteilung.
Ein Spatenstich bringt erste Ergebnisse zu Tage: Falls Fäulnis im Boden vorherrscht riecht man das sofort. Gute Erde sollte nach Waldboden mit süßlich erdigem Geruch erinnern. Bereits eine einmalige Ausbringung unbehandelter Gülle könnte das Bakteriengefüge des Bodens wieder schädigen. Andersherum wird auch eine behandelte Gülle nach der ersten Ausbringung zur Verbesserung der Struktur und Lebendigkeit des Bodens beitragen.

Ebenso verhält es sich mit der Verdichtung: Wird mit schweren Maschinen in feuchte Böden gefahren, so hinterlässt dies dauerhafte Schäden in der Bodenstruktur. Experten, wie Näser können dies anhand einer Spatenprobe sofort ermitteln. Wie es um die Verdichtung des Bodens steht kann der Wassertest ermitteln.

Der Wassertest:
Ein Rohr mit ca. 48 cm Durchmesser wird ca. 10 cm in die Wiese gerückt. Anschließend wird ein 10L Kanister Wasser in den Ring geschüttet. Dann wird die Zeit gemessen. Je nach Art-, Gefüge- und Struktur des Bodens versickert das Wasser innerhalb von wenigen Minuten oder auch erst nach einer halben Stunde. Werden mehrere Proben von den eigenen Beständen genommen entwickelt man schnell ein Gespür für die Wertigkeit der Bestände. Wer seine Wiesen und Äcker besser kennenlernen möchte, den empfehlen wir ein Bodenseminar mit Dietmar Näser. Bei den Seminaren mit Dietmar Näser lernen die Teilnehmer den Boden zu bewerten und die Bodenbearbeitung zu überdenken.