Bokashi oder EM-Kompost? Was sind die Unterschiede?

In diesem Beitrag befassen wir uns mit den Unterschieden und Gemeinsamkeiten der beiden hochwertigen EM-Dünger, die für Beet-, Balkon- und Kübelpflanzen und sogar Sträucher und Bäume infrage kommen. Egal, ob es sich um Zierpflanzen, Blumen, Obst- oder Gemüsepflanzen handelt, Bokashi und EM-Kompost haben beide ihre Berechtigung, situationsbedingt aber auch Vor- und Nachteile. Für Land- und Stadtgärter, Balkon- und Gartenbesitzer, Terrassengärtner, EM-Anfänger und Fortgeschrittene – für jeden ist etwas dabei, was die Entscheidung erleichtern wird! Auch das selbstgemachte Bokashi beziehen wir mit ein.

 

Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Bokashi und EM-Kompost

 

Der größte Unterschied zwischen Bokashi und EM-Kompost ist der Zustand des organischen Materials zu dem Zeitpunkt, zu dem es ausgebracht wird:

 

Bokashi kann man sich vorstellen wie einen frischgekochten Eintopf für die Bodenlebewesen. Bokashi ist leichtverdauliche Nahrung, die größtenteils aber erst im zweiten Schritt zur Nahrung für alle Pflanzen wird (nachdem sie durch die Bodenlebewesen wie Tiere, Kleinstlebewesen und Mikroorganismen verdaut wurde). Erst die Ausscheidungs- und Stoffwechselprodukte bringen den Pflanzen also Nährstoffe.
Daher ist der Einsatz von Bokashi mit etwas Geduld und Weitsicht verbunden. Was Bokashi nämlich auch bewirkt – außer den Pflanzen Nahrung zur Verfügung zu stellen: die Struktur des Bodens verbessern. Und das braucht etwas Zeit. Großflächig wird Bokashi daher gerne jährlich im Herbst oder frühen Frühjahr ausgebracht und eingearbeitet. Ganzjährig wird Bokashi zum Verbessern von Pflanzerde oder für Nährstoffdepots eingesetzt. Wichtig ist, darauf zu achten, dass frisches Bokashi nicht mit Wurzeln in Kontakt kommt, weil sein pH-Wert so niedrig ist.

 

EM-Kompost hingegen bringt die pflanzenverfügbaren Nährstoffe gleich mit in den Boden, denn ein Teil der „Verdauung“ durch Bodenlebewesen und Mikroorganismen hat schon während der Rotte und Reifung stattgefunden. Das bedeutet aber nicht, dass Kompost keine Nahrung mehr für die Bodenlebewesen im Gartenboden bereitstellt. Ganz im Gegenteil. Die Nahrung ist allerdings schon schön zerkleinert, sodass die Bodenlebewesen z. B. auch gleich mit dem Humusaufbau beginnen können.
EM-Kompost hat also eine schnellere Wirkung auf alle Pflanzen und kann daher auch super im Vegetationsverlauf eingesetzt werden, wenn eine Pflanze Nährstoffe benötigt; zum Beispiel Topfkulturen oder Gemüsepflanzen. Dafür spricht auch, dass Kompost einen Boden-neutralen pH-Wert hat und eine Wartezeit wie beim Bokashi nicht nötig ist. Der Einfachheit halber wird aber auch EM-Kompost gerne im Herbst oder frühen Frühjahr ausgebracht und eingearbeitet, wenn Beete oder das Gewächshaus weitgehend leer sind.

 

Die unschlagbare Gemeinsamkeit von Bokashi und EM-Kompost ist ihre bodenverbessernde Wirkung, die auch nach mehreren Anwendungen weitergeht und immer deutlicher sichtbar wird. Humusaufbau (und die damit einhergehende CO2-Bindung), lockerer, trittfester Boden und eine gute Speicherung von Wasser und Nährstoffen sind nur ein paar Eigenschaften, die sich manifestieren.

 

Weitere Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Bokashi (fermentierte Küchenabfälle) und EM-Kompost sind:

 

Eigenschaft

Bokashi

EM-Kompost

Fermentation/Reifung

Fermentation unter Luftabschluss

wird verdichtet, ist aber nicht gänzlich luftdicht

Aussehen

feinkrümelig und schrotartig (gekauftes Bokashi) / dem Ausgangsmaterial noch sehr ähnlich (selbstgemachtes Bokashi)

krümelig-erdig und dunkelbraun bis schwarz

Geruch

säuerlich (wie Sauerteig, Sauerkraut) bis leicht alkoholisch; etwas abhängig vom Ausgangsmaterial

wie frische Walderde, leicht herb

Besonderheit

enthält sehr viele zellschützende Antioxidantien für Bodenlebewesen und Pflanzen

ist nährstoffreicher als herkömmlicher Kompost

Herstellung

aus Küchenabfällen und

Pflanzenkohle

kann man nur selbst machen mit Ravera-Aktiv, Urgesteinsmehl und Pflanzenkohle

Zeitpunkt der Ausbringung

großflächig im Herbst & frühen Frühjahr, ganzjährig zur Aufwertung von Erde und für Nährstoffdepots

großflächig im Herbst & frühen Frühjahr, im Vegetationsverlauf für alle Kulturen möglich

Art der Ausbringung

flächig: ausstreuen, oberflächlich einarbeiten, mit EM-Wasser-Lösung angießen

als Nährstoffdepot: in Töpfen / Kübeln im unteren Drittel mit Erde mischen; bei Sträuchern/Bäumen im äußeren Wurzelbereich (direkten Wurzelkontakt vermeiden, weil niedriger pH-Wert!)

zur Aufwertung von Pflanzerde: 5% einmischen, vor Verwendung mind. 14 Tage reifen lassen

flächig: ausstreuen, oberflächlich einarbeiten, mit EM-Wasser-Lösung angießen

zur Aufwertung jeglicher Erde: 5% einmischen, kann sofort verwendet werden

 

 

 

Selbstgemachtes Bokashi oder gekauftes Bokashi – was ist besser?

 

Ein „besser“ oder „schlechter“ gibt es prinzipiell erstmal nicht. Eher ein „für mich einfacher“ oder „praktischer“, denn Bokashi selbst herstellen macht etwas Arbeit, man braucht erstmal Übung, es kostet Zeit und auch Geld und das nötige Equipment. Aber: es macht natürlich Spaß, wenn man die nötige Zeit investieren kann! Und es ist eine einfache Lösung, organische Abfälle aufzuwerten, besonders für alle Haushalte, denen das Anlegen eines Komposts nicht möglich ist.

 

Ein möglicher Nachteil kann sein, dass man im Hochsommer nicht weiß, wie man sein selbstgemachtes Bokashi „unterbringen“ soll. Das fertige Bokashi über längere Zeit stabil zu lagern, ist nämlich nicht so einfach. Da ist durchaus Kreativität gefragt. Susanne Vierthaler, langjährige EM-Anwenderin, hat es mit ihrem selbstgemachten Bokashi zum Beispiel so gelöst: Sie füllt das Küchenbokashi in Blumentöpfe und platziert diese kopfüber an unbewachsene Stellen im Beet. Die Bodenorganismen haben dann die Möglichkeit, das Bokashi innerhalb einiger Wochen zu verwerten und im Boden zu verteilen. Übrig bleibt nur der zähe Zellulose-Anteil wie Stöckchen, Strünke und harte Schalen, die mit der Hand einfach etwas auseinander geschoben werden. Im Laufe der Zeit werden auch sie zersetzt. Als optimal haben sich Tontöpfe erwiesen, die im Beet ordentlich aussehen und durchaus dekorativ sein können.

 

Ist Bokashi besser als EM-Kompost?

 

Nein. Beide organischen EM-Dünger sind extrem wichtig und wertvoll,

 

  • wenn man den Boden verbessern will,
  • dafür allen Bodenlebewesen fäulnisfreie organische Substanz als Nahrung zur Verfügung stellt und
  • sich an vitalen Pflanzen erfreuen möchte, die nicht nur mit Nährstoffen versorgt, sondern zudem von den EM-Stoffwechselprodukten gestärkt werden.

 

Ob das mit EM-Kompost erreicht wird, mit Bokashi oder sogar situationsbedingt mit Beidem, entscheidet in erster Linie die persönliche Vorliebe und ist davon abhängig, wie und in welchem Umfang man gärtnern kann und will.

 

 

 

 

 

 

 

Fazit

 

Über die Jahre unterscheiden sich Bokashi oder EM-Kompost bei einer flächigen Anwendung im Ergebnis nicht. Beide haben einem humosen Boden zu Folge, der optimale Bedingungen für alle Pflanzen und Bodenlebewesen bedeutet. Lediglich situationsbedingt kann Bokashi oder EM-Kompost die bessere Entscheidung sein. Für den kleinen Stadtgarten, den Terrassen- oder Balkongarten ist Bokashi richtig und oft einzig möglich, Besitzer größerer Gärten und auf dem Land legen eher den pflegeleichten EM-Kompost an und nutzen ihn alleinig oder auch in Kombination mit Bokashi.